Sächsisches Psychiatriemuseum

Psychiatrie als Teil der Kultur- und Sozialgeschichte

Museum

Das Sächsische Psychiatriemuseum in Leipzig wurde im Jahr 2000 von der Psychiatriebetroffeneninitiative Durchblick e.V. gegründet und 2001 mit der Dauerausstellung »IRR-SINN. Einblicke in die Sächsische Psychiatriegeschichte« eröffnet. Als Projekt eines Selbsthilfevereins steht für uns die Perspektive von Menschen, die als Patientinnen und Patienten die Psychiatrie erlebt oder als psychisch krank angesehen und stigmatisiert wurden, im Mittelpunkt. Wir betrachten die Geschichte der Psychiatrie über die Medizingeschichte hinaus als Teil der Kultur- und Sozialgeschichte.

Das Museum richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Um ein besseres Verständnis für dieses Thema zu erreichen, werden zahlreiche Lebensgeschichten von Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen erzählt. Dazu gehören u.a. der Autor der »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« Daniel Paul Schreber (1842-1911), der durch Georg Büchner (1813-1837) bekannte Johann Christian Woyzeck (1780-1824), die populäre sächsische Mundartdichterin Lene Voigt (1891-1962) und der Erfinder Karl Hans Janke (1909-1988).

Aus der mehr als 200jährigen Geschichte der Psychiatrie in Sachsen werden einzelne Institutionen wie die Heil- und Pflegeanstalten Pirna-Sonnenstein und Leipzig-Dösen sowie die Privatanstalt Thonberg vorgestellt.

Außerdem widmet sich die Dauerausstellung den Biografien von Christian August Fürchtegott Hayner (1775-1837), einer der ersten sächsischen Psychiater, und Hermann Paul Nitsche (1876-1948), einer der Haupttäter der „Euthanasie“-Verbrechen.

Ein spezieller Raum beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Psychiatrie in der DDR und Themen wie der Frage des politischen Missbrauchs der Psychiatrie oder Reformansätzen wie den „Rodewischer Thesen“ und dem Leipziger Sozialpsychiater Prof. Klaus Weise (1929-2019).

Gezeigt werden Sachzeugen (u.a. Behandlungsinstrumente und Alltagsgegenstände aus der Psychiatrie, Zwangsjacke, Netz), Fotografien und Dokumente sowie künstlerische Arbeiten.

 

Angebote und Projekte 

Das Museum bietet Führungen für Gruppen im Museum sowie eine stadtgeschichtliche Führung auf den Spuren der Psychiatrie in Leipzig an.

Das Museumsfoyer wird regelmäßig für Sonderausstellungen genutzt, die selbst kuratiert oder leihweise gezeigt werden.

Das Museum versteht sich als ein Ort der Kommunikation zu Fragen der Psychiatriegeschichte und der aktuellen Psychiatrie und beteiligt sich u.a. an der Museumsnacht in Leipzig/Halle, der Leipziger Buchmesse und veranstaltet Vorträge, Filmaufführungen, Lesungen und Diskussionen.

Ziel ist es, auf diesem Weg über die Psychiatrie und ihre Geschichte zu informieren und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen.

 

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Sonnabend 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Tel: 0341 14061413

 

Eintritt

3 EUR, ermäßigt 1,50 EUR

 

Führungen

Für angemeldete Gruppen bis 20 Personen wird neben dem Eintritt eine Führungspauschale von 20 EUR erhoben.

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