Psychiatriemuseum Verrückte Zeiten Bonn

Ein Stück Museumsgeschichte

Unsere umfangreiche psychiatriehistorische Sammlung zeigt Exponate, Dokumente sowie Bild- und Filmmaterialien schwerpunktmäßig zur Geschichte der rheinischen Psychiatrie.

Die LVR-Klinik Bonn ist seit 1882 Ort dieser Geschichte und wird in 11 Räumen anschaulich mit unterschiedlichen Themen dargestellt. Die ausgestellten Objekte zeigen das Innenleben der psychiatrischen Einrichtung, das Leben von Patientinnen und Patienten und vom Personal sowie umfangreiche Dokumente zur Baugeschichte.

Unser Anliegen im Museum ist es, möglichst viele Aspekte kritisch der Öffentlichkeit näher zu bringen. Hemmschwellen und Vorurteile wollen wir abbauen, ohne die auch heute noch bestehenden Probleme zu beschönigen. Das Bonner Museum zeigt Psychiatriegeschichte vor dem Hintergrund der sich wandelenden Gesellschaft mit ihren Fortschritten und Katastrophen.

Durch sachgerechte Informationen können sich Besucherinnen und Besucher ein eigenes Urteil bilden.

Um das heutige Tun richtig zu verstehen, ist der Blick in die Geschichte unabdingbar. Das gilt für das Verständnis des Individuums ebenso wie für die Beurteilung einer Institution.

Vor 200 Jahren waren die Verhältnisse für viele seelisch Kranke unmenschlich: Sie mussten aus Kerkern und Verliesen und von Ketten befreit werden. Im 19. Jahrhundert fanden Gedanken der Heilbarkeit von psychischen Störungen, der Menschenwürde und der humanen Versorgung der „Irren“ langsam Eingang in die entstehende wissenschaftliche Psychiatrie.

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebauten rheinischen Heil- und Pflegeanstalten, darunter die Bonner Einrichtung, trugen diesen Überzeugungen Rechnung.

Neue therapeutische und rehabilitative Ansätze waren auf die Wiedereingliederung psychisch Kranker in die Gesellschaft ausgerichtet.

Rassenhygiene und Menschenverachtung des deutschen Nationalsozialismus (1933 -1945) machten diese Grundeinstellungen zu Nichte. Während des zweiten Weltkrieges wurden schließlich „unheilbare“ psychiatrisch erkrankte Menschen zu Zigtausenden ermordet. („Euthanasie“), darunter auch viele aus dem Rheinland.

Noch in den 1970er Jahren der Bundesrepublik beschreibt eine Enquete über die Lage der Psychiatrie die Situation in den Kliniken als „menschenunwürdig“. Dennoch gab es seit den 1950er Jahren Aufbrüche in neue Entwicklungen: Neue Therapiemethoden, medikamentöse Hilfen, sozialpsychiatrische Ansätze und vieles mehr.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Psychiatrie-Enquete-Kommission tagte regelmäßig im Landeskrankenhaus Bonn (heute: LVR-Klinik Bonn). Von hier aus nahm die Modernisierung und Reform der westdeutschen Psychiatrie ihren Anfang.

 

Öffnungszeiten und Führungen

Öffnung und Führungen nach Vereinbarung

Das Museum liegt auf dem Gelände der LVR-Klinik Bonn.

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